Das Lernphänomen
In einem früheren Stadium der Lernverweigerung, wenn der Klausur- oder Prüfungstermin noch mehrere Wochen in der Zukunft liegt, gibt es aber noch andere Strategien, die einem anderen, nicht so kurzweilig motiviertem psychologischen Muster folgen. Was ich damit meine? Man verdrängt die Lernbürde mit augenscheinlich nützlichen Taten, wie zum Beispiel dem Putzen, Aufräumen oder dem Lernen von anderen Dingen, die eigentlich gar nicht anstehen. Und warum tut man dies? Ganz einfach, um das Gewissen zu beruhigen. Man hat zwar nicht gelernt, aber man hat auch nichts Unnützes gemacht. Gar nicht auszudenken, was das eigene Gewissen von uns halten würde, wenn wir statt zu lernen fernsehen würden oder ins Kino gehen. Das geht ja wohl überhaupt nicht! Diese nutzlosen, schönen Dinge tragen überhaupt nicht zum Lernerfolg bei und so straft uns unser eingebauter Moralapostel mit einem unangenehmen, beklemmenden Gefühl das uns sofort mental Richtung Schreibtisch zieht, wenn wir während der erweiterten Lernphase auch nur ein Fünkchen Spaß haben. Innerhalb der heißen Lernphase ist an jegliche Unterhaltung überhaupt nicht zu denken und wird mitunter mit körperlichen Sanktionen, wie etwa Übelkeit oder dem Gefühl auf unglaublich warmen Kohlen zu sitzen bestraft.
Das Fazit ist also, man führt sich selber an der Nase herum und beruhigt sein Gewissen mit fadenscheinig Nützlichem. Und das funktioniert ganz gut. So kann ich sogar, obwohl ich morgen meine (hoffentlich) letzte Klausur schreibe diesen Blog-Eintrag fertig stellen, ohne auch nur einen Hauch von Selbstzweifel. Ob das daran liegt, dass ich mich so gut vorbereitet fühle oder die Nützlichkeit dieses Textes so hoch ist, dass mein Gewissen dies als Lernausrede akzeptiert? Keine Ahnung. Vielleicht kann mein Gewissen gar nicht lesen und weiß somit gar nicht, dass das was ich hier schreibe gar nicht nützlich ist. HA! Ausgetrickst
Wie auch immer, wünscht mir einfach Glück für morgen und lernt schön!
