Das kleine Einmaleins

Dienstag, 24. Oktober 2006
...beherrschen nicht alle (erwachsenen) Menschen. Man hat natürlich schon mal gehört, dass viele Menschen auf dieser Erde nicht mal die Chance hatten eine Grundschule zu besuchen, aber vorstellen, dass jemand 50+50+80 nicht ausrechnen kann, kann man sich dann doch nicht. Die Gewürzfrau die an der Strasse ihr Kräuter verkauft kann es nicht. Vorgestern war ich dort und habe sie gefragt wieviel eine Ingwerwurzel kostet - 80 Centavos. Dann hab ich noch zwei Zitronen bestellt und als sie dann sagte: "Das macht dann 3 Pesos, oder?" wurde ich ob dieses Zitronenpreises und des "oders" etwas stutzig. Also fragte ich nach. Sie sagte: "50 Centavos kosten die Zitronen, ah, dann ist es natürlich weniger [...denk, denk, denk...] - es kostet dann 1,20." Nun schaltete sich ihr 6-jähriger Sohn, der die kleine Rechenschwäche seiner Mutter natürlich sofort erkannt hatte, auch noch ein: "Nee Mama, 50+50+80 macht 1,50!" Sie daraufhin: "Nein, das ist doch zuviel, es sind so 1,30." Ich merkte dann an, dass es meiner Meinung nach auf 1,80 herausliefe und gab ihr 2 Pesos, woraufhin sie mir 60 Centavos zurückgab... Ich ehrliche Haut hab natürlich nur 20 Centavos davon genommen. Damit aber noch nicht genug, sie schaute mich ob dieser "grosszügigen Geste" (ich glaube sie war sich sicher, dass ich nicht rechnen könne oder ihr Geld schenken wolle oder eines von beiden) mit strahlenden Augen an und fragte mich ob sie mir denn dann noch ein Bündel Petersilie mitgeben dürfe...

Mein Barrio

Donnerstag, 19. Oktober 2006
Seit vier Wochen wohne ich nun wieder in San Telmo, dem Viertel in dem wir auch ganz am Anfang gewohnt haben. Adresse: Defensa 833, 1º piso, dept. 9, Capital Federal (links seht ihr die Fassade hinter der sich mein Haus verbirgt). San Telmo ist mein Lieblingsviertel in Buenos Aires, es ist ein bisschen wie ein kleiner Ort in dem man jeden kennt, den Mann vom Kiosk, den Zeitungsverkäufer, die Handwerker, die am Plaza Dorrego ihren selbstgebastelten Schmuck verkaufen... Außerdem ist das Viertel sehr schön, die Häuser sind weitestgehend zweistöckige Kolonialstilbauten, die Straßen aus Kopfsteinplaster, es gibt relativ viele Bäume, einen hübschen Platz und einen kleinen Park. Abends ist immer ziemlich viel los, da die Konzentration von Bars und Restaurants hoch ist. Direkt nebenan steht meine Lieblingsparilla, das Desnivel, die einen für 16 Pesos (4 Euro) mit einem großen, äußerst leckeren Stück Lomo (Tenderloin Steak) versorgt. Meine Lieblingsbar, das Guevara, steht natürlich auch in San Telmo, 4 Blocks entfernt. Sie ist im Gegensatz zu vielen Bars die man in Palermo findet, nicht so durchgestylt, sondern einfach eine kleine, ein bisschen schummerige, und immer volle Bar, mit günstigem Bier.

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Meeresbiologie Live

Samstag, 30. September 2006
Im Nordosten Patagoniens liegt eine Halbinsel, Peninsula Valdez, die so ziemlich alles an Meeressäugern aufweist was man sich vorstellen kann: Wale (Buckelwale), Seelöwen, Seeelefanten, Delfine und Orkas (die ja strenggenommen auch Delfine sind). Ein bisschen weiter südlich gibt es auch noch die größte Pinguinbrutstätte (Magellanpinguine) Lateinamerikas, Punto Tomba. Anscheinend eignet sich diese Gegend aufgrund einer warmen Meeresströmung besonders gut zum Babykriegen. Die Tiere kommen allerdings alle zu unterschiedlichen Zeiten vorbei, im September kann man aber schon alles außer Orkas sehen.

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Uruguay

Mittwoch, 27. September 2006
Wer immer mal in den Blog schaut wird sich sicher schon über unsere ausbleibenden Einträge gewundert haben. Das ist nicht darauf zurückzuführen, dass wir nichts erlebt haben, sondern dass wir so viel erlebt haben. Deswegen fang ich jetzt einfach mal an die ausstehenden Berichte nachzuliefern...
Das übernächste Wochenende nach Brasilien verbrachten wir in Uruguay. Geplant war eine dreitäge "Rundfahrt" durch das Land im Mietwagen und am letzten Tag Besichtigung der Hauptstadt Montevideo. Verabredet waren wir mit den beiden Deutschen, die wir aus Brasilien kannten, und die uns unter dem Vorwand in Uruguay wäre langes Wochenende aus unserer Wochenendplanung rissen (es stellte sich nachher raus, das in Uruguay gar keins war, aber dafür eins in Argentinien...).
Also Freitag früh aufs Boot nach Colonia, dort ein bischen Stadt-gucken während auf-die-andern-warten, die uns dann mit unserem neuen Wegbegleiter auflasen (wer gerne mehr über Colonia hören möchte kann sich einfach Bas "Köln einmal anders" Artikel anschauen). Danach begann die Fahrt ins Grüne. Wir hatten uns als Ziel gesetzt die "Rabenschlucht" (in Johannas zahlreichen Schilderungen unserer Reise zur "Drachenschlucht" befördert) am folgenden Tag zu besichtigen und irgendwo auf dem Weg dorthin die Nacht zu verbringen.
Uruguay ist halb so groß wie Deutschland, aber beherbergt nur ungefähr so viele Einwohner wie Berlin (aber bestimmt so viele Kühe wie Deutschland Einwohner hat). Ein Umstand, der das Finden von Unterkünften (oder auch nur Städten) auf die (touristischen) Küstenregionen beschränkt. Das wußten wir aber noch nicht, als wir an jenem Freitag Richtung Landesinnere aufbrachen. Der Himmel war wolkenverhangen und regnerisch. Wir passierten Mautstation um Mautstation, aber dann....

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bus maniac

Montag, 7. August 2006
der graue Alltag ist wieder mein Zuständigkeitsbereich...
Aber wir mußten ja auch erstmal im Alltag ankommen. Freitag morgen 8:30 Boot zum Festland. Dann sieben Stunden Busfahrt nach São Paulo. Drei ruhige Stunden auf dem dortigen Busbahnhof und dann in die Direktverbindung nach Buenos Aires. Die Busklasse war leider nur "semi-cama", was immernoch viel mehr Beinfreiheit als jeder deutsche Bus bedeutet, aber es ist halt immernoch ein Bus. Die erste Nacht und der folgende Tag verging mit einigen Stops zur Nahrungs- und Passagieraufnahme ereignislos. Nur die Klimaanlage versucht uns ein wenig in Bewegung zu halten und lies auf jede Hitzeperiode direkt eine Eiszeit folgen. Irgendwann Samstag abends (Buszeit 23 Stunden) gab es einen überraschenden Buswechsel, aber damit auch die Hoffnung auf eine wohltemperierte Nacht. Dieser fromme Wunsch entpuppte sich als Utopie. Die Klimaanlage des Ersatzbusses strich die Hitzeperioden ersatzlos und so konnten wir während der Nacht dank der Temperaturleuchtanzeige das langsame Absinken der Umgebungsluft auf 12 Grad verfolgen. Immerhin kam es bei mir nicht zu Schweißausbrüchen wie in der Nacht zuvor und unser Schlafsack sorgte für gemütliche Bettruhe, unterbrochen nur von der Grenzüberquerung die bei einstelligen Temperaturen um fünf Uhr nachts in ungeheizten Räumen eine knappe Stunde in Anspruch nahm (der Beamte auf brasilianischer Seite mußte sich erst noch anziehen).
Um zehn Uhr Sonntag morgens, unserer geplanten Ankunftszeit in Buenos Aires, durchquerten wir gerade flaches Land voller Wiesen, deren einzige Erhebungen leckere braune Rinder waren aber leider keine Skyline, die auf eine Großstadt hätte schließen lassen.
Als wir um 15 Uhr den Bus entgültig verließen, lagen insgesamt 48 Stunden Busfahrt hinter uns.
Buenos Aires begrüßte uns mit Höchsttemperaturen um die 9 Grad und wir wünschten, wir hätten diese Busstrapazen einfach nicht auf uns genommen und wären in der Wärme Brasiliens geblieben.
Inzwischen steigen die Temperaturen langsam wieder, arbeiten macht Spass, Johannas Uni hat angefangen und wir warten mit Vorfreude auf den Frühling. Und nachdem wir auch schon wieder ein ordentliches Stück Fleisch verzehrt haben, läßt sichs auch hier in Argentinien ganz gut aushalten.

Die Urwaldinsel

Montag, 7. August 2006
....oder "Ilha Grande" kommt einem eigentlich gar nicht so groß vor. Sie liegt vor der Küste Rios und umfasst auf 193 qkm, 2 kleine Orte ohne Autos, 106 Strände und auf der restlichen Fläche atlantischen Regenwald.
Wir kamen Freitag Nachmittag an und mußten zuerst einmal feststellen, dass in unserem Wunschhostel "Aquario", das uns jeder Mensch der schon einmal auf der Ihla Grande war empfohlen hatte, nichts mehr frei war. Bis Montag mussten wir uns also noch was anderes suchen.

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Die Tropeninsel

Dienstag, 1. August 2006
Nach jenem ersten, erschreckenden Erlebnis mit der tropischen Vegetation lernten wir tags darauf (ein Sonntag), dass auch das tropische Wetter seine Schattenseiten hat: Es regnete quasi den ganzen Tag! Aber irgendwo muß das ganze Grün ja auch herkommen. Wir nutzen ein Loch in den Wolken, um ein wenig am Strand entlangzuwandern. Nach einigen Buchten erreichten wir den berühmten "roten Felsen", einen Pilgerort für den Körperkult: mit seinem berühmten roten Schlamm kann man sich wohltuende Ganzkörperpeelings verpassen. Natürlich unterzog ich mich, unter Bas Gelächter, dieser Prozedur...

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afrikamerikanisch

Dienstag, 18. Juli 2006
Anderthalb Flugstunden Richtung Norden, und damit Richtung Waerme (so ist das hier im Sueden), liegt Salvador. In manchen Fuehrern als wildeste Stadt Brasiliens beschrieben, ist die erste Hauptstadt des Landes das Zentrum afrikanischer Kultur und Lebensweise ausserhalb von Afrika. Viele ehemalige Sklaven zog es dorthin, wahrscheinlich wegen des tropischen Klimas. Dieses tropische Klima zeigte sich uns am Ende der Regenzeit nochmal in all seinen Facetten. Die Standardbekleidung in der Stadt waren kurze Sachen, Flipflops und ein Regenschirm. Waehrend unseren drei Tagen in der schoenen Altstadt (der Ort wo das Leben tobt und wo Touristen sich auch nachts noch relativ sicher bewegen koennen) wurden wir von schaetzungsweise 126 Menschen gefragt, ob wir nicht eine Kette, ein Armband oder ein Laecheln gegen Geld tauschen moechten. Wir haben meistens abgelehnt.

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Kokosnuesse, Jesus und der Zuckerhut

Samstag, 15. Juli 2006
Einige einschlaegig informierte unter euch werden vielleicht schon erkannt haben wo wir uns befanden - an der Copacabana in Rio der Janeiro - und, da es schon Nachfragen gab, das "Dingen" in gruen ist eine Kokosnuss!
Freitag Abend sind wir in der beruehmtesten Stadt der Welt eingetroffen, haben uns an der Copacabana einquatiert und einen Caipirinha am Strand getrunken. Samstag bei heiterem Sonnenschein am Strand (natuerlich der Copacabana) rumgelegen und unsere erste Kokosnuss geschluerft! Bas war ein bisschen enttaeuscht weil ein Aspekt zurm perfekten Copacabanapostkartensetting fehlte - heisse Brasilianerinnen in Tangas. Puenktlich um vier haben wir uns dann eine nette Strandbar gesucht um mit dem Zuckerhut im Hintergrund das Spiel um Platz drei zu sehen, bei einem Caipirinha natuerlich!

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lieblingsbeschaeftigung...

Freitag, 14. Juli 2006


und wenn ihr ganz genau hinseht, schimmert in der Ferne der Zuckerhut....