bus maniac
Aber wir mußten ja auch erstmal im Alltag ankommen. Freitag morgen 8:30 Boot zum Festland. Dann sieben Stunden Busfahrt nach São Paulo. Drei ruhige Stunden auf dem dortigen Busbahnhof und dann in die Direktverbindung nach Buenos Aires. Die Busklasse war leider nur "semi-cama", was immernoch viel mehr Beinfreiheit als jeder deutsche Bus bedeutet, aber es ist halt immernoch ein Bus. Die erste Nacht und der folgende Tag verging mit einigen Stops zur Nahrungs- und Passagieraufnahme ereignislos. Nur die Klimaanlage versucht uns ein wenig in Bewegung zu halten und lies auf jede Hitzeperiode direkt eine Eiszeit folgen. Irgendwann Samstag abends (Buszeit 23 Stunden) gab es einen überraschenden Buswechsel, aber damit auch die Hoffnung auf eine wohltemperierte Nacht. Dieser fromme Wunsch entpuppte sich als Utopie. Die Klimaanlage des Ersatzbusses strich die Hitzeperioden ersatzlos und so konnten wir während der Nacht dank der Temperaturleuchtanzeige das langsame Absinken der Umgebungsluft auf 12 Grad verfolgen. Immerhin kam es bei mir nicht zu Schweißausbrüchen wie in der Nacht zuvor und unser Schlafsack sorgte für gemütliche Bettruhe, unterbrochen nur von der Grenzüberquerung die bei einstelligen Temperaturen um fünf Uhr nachts in ungeheizten Räumen eine knappe Stunde in Anspruch nahm (der Beamte auf brasilianischer Seite mußte sich erst noch anziehen).
Um zehn Uhr Sonntag morgens, unserer geplanten Ankunftszeit in Buenos Aires, durchquerten wir gerade flaches Land voller Wiesen, deren einzige Erhebungen leckere braune Rinder waren aber leider keine Skyline, die auf eine Großstadt hätte schließen lassen.
Als wir um 15 Uhr den Bus entgültig verließen, lagen insgesamt 48 Stunden Busfahrt hinter uns.
Buenos Aires begrüßte uns mit Höchsttemperaturen um die 9 Grad und wir wünschten, wir hätten diese Busstrapazen einfach nicht auf uns genommen und wären in der Wärme Brasiliens geblieben.
Inzwischen steigen die Temperaturen langsam wieder, arbeiten macht Spass, Johannas Uni hat angefangen und wir warten mit Vorfreude auf den Frühling. Und nachdem wir auch schon wieder ein ordentliches Stück Fleisch verzehrt haben, läßt sichs auch hier in Argentinien ganz gut aushalten.
