
....oder
"Ilha Grande" kommt einem eigentlich gar nicht so groß vor. Sie liegt vor der Küste Rios und umfasst auf 193 qkm, 2 kleine Orte ohne Autos, 106 Strände und auf der restlichen Fläche atlantischen Regenwald.
Wir kamen Freitag Nachmittag an und mußten zuerst einmal feststellen, dass in unserem Wunschhostel "Aquario", das uns jeder Mensch der schon einmal auf der Ihla Grande war empfohlen hatte, nichts mehr frei war. Bis Montag mussten wir uns also noch was anderes suchen.

Samstag erkundeten wir erst mal ein wenig die Umgebung und landeten nach einem kleinen Spaziergang durch den Regenwald an einem netten kleinen Strand (den aber leider schon sehr viele andere vor uns entdeckt hatten). Abends, die Sonne hatte uns wohl zu sehr auf den Kopf geschienen, ließen wir uns tatsächlich überreden an einem Hostel-Grillabend, teilzunehmen. Wider Erwarten, wir hatten uns schon als Außenseiter auf einen Abend unter lauter lauten englischsprachigen Unser-Hobby-Ist-Leute-Aus-Aller-Welt-Kennenlernen-Backpackern eingestellt, wurde es ganz nett. Wir lernten zwei Deutsche aus Trier kennen, Janne studiert zur Zeit in Montevideo und ihr Freund Bernhard besucht sie, mit denen wir in den nächsten Tagen noch so einige Ausflüge um und auf der Insel unternahmen.

Sonntag gings jedoch erst mal tauchen, so richtig mit Flasche. Mit dem Boot fuhren wir zu einer kleinen Insel heraus. Ich durfte, da ich ja ein lizensierter "Open-Water-Diver" bin, zwei Mal tauchen. Bas machte eine sogenannte "Wassertaufe" mit, was bedeutet,

dass er an der Hand eines Tauchlehrers tauchen ging und unter Wasser so allerhand Späßchen mit ihm und Unterwassertieren veranstaltet und auf Kamera festgehalten wurden. Das Wasser sah zwar von oben kristallklar aus und man hatte uns so einiges an Unterwasserwelt versprochen, aber auf 15 m war es gar nicht mehr so klar und unsere Entdeckungen beschränkten sich auf einige hübsche (aber kleine) Fische, ziemlich große Seesterne, Seeigel und eine Muräne. Anscheinend sind die ganzen Kreaturen von den Fotos in der Tauchschule für den Winter in wärmere Gefilde umgezogen (denn eiskalt wars!).

Montag nahmen wir dann mit den zwei Deutschen (und ca. 100 anderen Urlaubern) an einer Bootstour teil. Diesmal war das Wasser super zum schnorcheln, und so gingen wir in der blauen Lagune (die ihren Namen wirklich verdient) alle über Bord

um Fischchen anzuschauen. Bei lauter Technomusik und Caipirinhas wurden wir dann noch zu einem weiteren Schorchelort, einem hübschen Strand mit weißer Kirche und einem Restaurantstrand gebracht. Nach dem insgesamt netten Ausflug wurden wir spätnachmittags, ein bisschen angeschäkert, wieder in Abraão (der 'Hauptstadt' der Insel) abgesetzt. Wir nahmen dann endlich unser Zimmer im "Aquario" in Beschlag. Die Beliebheit dieses Hostels rührt daher, dass es direkt am Meer liegt, alle Doppelzimmer Meerblick haben (unser Ausblick siehe Foto) und vor der Terasse eine Art Steinpool bzw. riesengrosses Aquarium ins Meer ragt.

Dienstag morgen trafen wir uns schon früh mit den beiden Trierern um auf die andere Seite der Insel, zur alten Gefängnisstadt zu wandern. Über einen Weg durch den Regenwald und einen Pfad durch ein Bambuswäldchen kamen wir nach ca. 2 Stunden in "Dois Rios" an. Der Strand dort war wunderschön, aber da die Jungs anscheinend noch zu viele überschüssige Energie hatten, nutzen sie die Wanderpause dafür, weiter zu einer Insel am Rand der Bucht zu schwimmen. Spätnachmittags kamen wir alle ziemlich geschafft wieder in Abraão an.

Unser Ziel am nächsten Tag war "Lopes Mendes", bekanntester Strand der Insel und angeblich einer der schönsten Brasiliens! Aufgrund schwerer Beine wählten wir den einfacheren Anfahrtsweg per Boot. Am Strand angekommen, trafen wir erst einmal wieder auf alte Bekannte, die zwei aus Trier, von denen wir uns zwar tags zu vor schon verabschiedet hatten, die sich aber offensichtlich noch nicht von der Insel trennen konnten...

Da der Strand an der zum Atlantik hin offenen Seite liegt, ist er ein beliebtes Ziel für Surfer. Bas beschloss sich aber vorerst mit einem Bodyboard zu begnügen und so stürzte er sich kurz nach unserer Ankunft mit eben diesem mutig in die Wellen... Ich habs auch mal kurz ausprobiert, der Versuch scheiterte aber schon daran, dass ich erst gar nicht dahin kam wo die grossen Wellen brachen...
Unseren letzten Tag auf der Insel verbrachten wir mit chillen, da wir dafür ja bisher vor lauter Inselaktivitäten noch gar keine Zeit gehabt hatten!
Freitag morgen um 8.30 begann dann unsere Heimreise nach Buenos Aires...